Wie überlappt man Wellplatten richtig?
Die richtige Überlappung von Wellplatten ist wichtig, damit eine Überdachung dauerhaft dicht bleibt. Werden die Platten zu knapp überdeckt, kann Regenwasser unter die Dachfläche gedrückt werden. Wird zu viel überlappt oder falsch verschraubt, können Spannungen und Hitzestau entstehen.
Entscheidend sind Dachneigung, Profilform, Hauptwetterrichtung und eine saubere Ausrichtung der Platten. Gerade bei Terrassendächern, Carports und Gartenüberdachungen sollte die Überlappung deshalb vor der Montage genau geplant werden.
Wenn Du passende Wellplatten für Terrasse, Carport oder Überdachung suchst, findest Du verschiedene Materialien und Profile für unterschiedliche Dachflächen.
Warum ist die Überlappung bei Wellplatten wichtig?
Die Überlappung sorgt dafür, dass Regenwasser kontrolliert über die Dachfläche abläuft und nicht zwischen die einzelnen Platten gelangt.
- sie verbessert die Dichtigkeit der Dachfläche
- sie stabilisiert die Plattenstöße
- sie reduziert das Risiko von Schlagregen unter der Dachfläche
- sie sorgt für eine gleichmäßige Optik
Wichtig ist dabei, dass die Überlappungen gleichmäßig verlaufen und die Wellplatten spannungsfrei montiert werden.
Seitenüberlappung bei Wellplatten
Seitlich werden Wellplatten in der Regel um mindestens eine Welle überlappt. Dadurch entsteht ein dichter Plattenstoß, der Regenwasser sicher ableitet.
Bei breiteren Profilen kann je nach Profilform und Herstellerangabe auch eine halbe Welle ausreichend sein. Für Dachflächen ist jedoch meistens eine vollständige Wellenüberdeckung die sichere Lösung.
Die Seitenüberlappung sollte nach Möglichkeit entgegen der Hauptwetterrichtung ausgeführt werden. So wird verhindert, dass Wind und Schlagregen direkt unter die Überdeckung gedrückt werden.
Längsüberlappung in Wasserlaufrichtung
Die Längsüberlappung beschreibt die Überdeckung der Platten in Richtung des Wasserlaufs. Sie hängt vor allem von der Dachneigung ab.
- bei flacheren Dachneigungen etwa 200 mm Überdeckung
- bei steileren Dachneigungen meist etwa 150 mm Überdeckung
Je flacher das Dach ist, desto sorgfältiger muss die Überlappung geplant werden. Bei geringer Dachneigung läuft Wasser langsamer ab und kann leichter unter eine zu knapp ausgeführte Überdeckung gelangen.
Überlappung immer zur Dachneigung passend wählen
Für viele Wellplatten wird eine Mindestdachneigung von etwa 5° empfohlen. Bei flachen Dächern sollte die Überdeckung großzügiger ausgeführt werden als bei steileren Dachflächen.
Bei schneereichen Regionen oder längeren Dachflächen kann eine größere Dachneigung sinnvoll sein, damit Regenwasser und Schnee besser ablaufen.
Schrauben nicht in der Überlappung setzen
Ein häufiger Fehler ist die Verschraubung direkt im Überlappungsbereich. Dadurch können Spannungen entstehen und Wasser leichter in die Konstruktion eindringen.
Wellplatten werden im Dachbereich auf der Hochsicke befestigt. Die Bohrlöcher sollten ausreichend größer als der Schraubendurchmesser ausgeführt werden, damit sich die Platten bei Temperaturänderungen bewegen können.
Risiken bei falscher Überlappung
- Wasser kann unter die Dachfläche gelangen
- Schlagregen wird unter die Platten gedrückt
- Spannungen entstehen durch zu feste oder falsche Befestigung
- Hitzestau kann Verformungen verursachen
- die Dachfläche wirkt ungleichmäßig
Viele Undichtigkeiten entstehen nicht durch das Material selbst, sondern durch zu geringe Dachneigung, falsche Überlappung oder unsaubere Montage.
Tipps für die richtige Überlappung von Wellplatten
- Platten vor der Montage lose auslegen und die Wellen ausrichten
- Überlappung immer in Wasserlaufrichtung planen
- Hauptwetterrichtung berücksichtigen
- ausreichende Dachneigung einhalten
- nicht im Wasserlauf oder direkt in der Überlappung verschrauben
- Profilfüller nur so einsetzen, dass Belüftung und Wasserablauf erhalten bleiben
Bei Kunststoff Wellplatten ist außerdem eine ausreichende Be- und Entlüftung wichtig, damit sich unter der Dachfläche keine Hitze staut.
Unterkonstruktion bei transparenten Wellplatten beachten
Bei transparenten Wellplatten sollte die Oberseite der Unterkonstruktion weiß gestrichen oder mit Aluminium Klebeband abgeklebt werden. Dadurch wird die Wärmeaufnahme reduziert und Spannungen im Material werden minimiert.
Dieser Punkt ist besonders wichtig bei Terrassendächern und Carports mit direkter Sonneneinstrahlung.
FAQ zur Überlappung von Wellplatten
Wie viel müssen Wellplatten überlappen?
Seitlich wird meist mindestens eine Welle überlappt. In Wasserlaufrichtung liegt die Überdeckung je nach Dachneigung häufig bei etwa 150 bis 200 mm.
Was passiert bei zu wenig Überlappung?
Regenwasser kann unter die Platten gelangen. Besonders bei Wind oder Schlagregen steigt dann das Risiko für Undichtigkeiten.
Kann man Wellplatten zu stark überlappen?
Ja. Eine unnötig große Überlappung kann Materialbewegungen behindern und bei Kunststoffplatten Hitzestau begünstigen.
Warum sollte man die Hauptwetterrichtung beachten?
Wenn die Überlappung ungünstig zur Wetterseite liegt, kann Wind Regenwasser leichter unter die Überdeckung drücken.
Fazit – Wellplatten richtig überlappen
Die richtige Überlappung ist ein wichtiger Bestandteil jeder dichten Wellplatten Überdachung. Seitlich wird meist mindestens eine Welle überlappt, in Wasserlaufrichtung richtet sich die Überdeckung nach der Dachneigung.
Zusammen mit passender Dachneigung, sauberer Verschraubung und ausreichender Belüftung entsteht eine stabile und dauerhaft dichte Dachfläche.
Weitere Ratgeber zu Wellplatten
Weitere Tipps zu Montage, Dachplanung und Materialwahl findest Du im großen Wellplatten Ratgeber.